Living on an iPad

2010-06-30

Vor einer Weile meinte @S "Einen zweiten Rechner brauchen wir eigentlich nicht. Dafür ist ein iPad völlig ausreichend." Wie recht sie hatte. Seit einer Woche ist das Konsandria iPad da. Ich muss sagen, ich bin bis jetzt rundum zufrieden. Das Ding macht genau das, was es soll. Hier ein erster Eindruck.

Was cool ist:

  • Es ist geräuschlos. Es gibt leise Rechner und laute, aber ich hatte noch keinen, der absolut still ist. So stelle ich mir einen Rechner vor, auf dem man seinen Gedanken zuhört und sie niederschreibt.
  • Der Akku hält ewig. So stelle ich mir einen Rechner vor, den man mit sich rum schleppt.
  • Es ist leicht genug. Unser MacBook ist dagegen ein Nilpferd
  • Es ist schnell. Die Programme starten schnell, es reagiert ohne Verzögerungen. So muss es sein, um nicht aus den Gedanken rausgerissen zu werden.
  • Es hat kein Dateisystem. Wunderbar, ein Gerät weniger, auf dem ich Dateien aufräumen muss.
  • Es ist sofort einsatzbereit. Dadurch wird das Ding 300% häufiger (sinnvoll) benutzt und es qualifiziert sich dafür, auch mal eben schnell eine Notiz zu machen, statt doch das Papier zu nehmen

Was nervt:

  • Es hat kein Multitasking. Text zu schreiben und im Netz was nachzugucken ist etwas umständlich, obwohl die Apps sehr schnell auf- und zugehen. Multitasking des Rechners heißt nicht, dass ich als Mensch Multitasking mache. Ich kann durchaus mehrere Programme brauchen, um nur eine Aufgabe zu erledigen. Bei Menschen also eher unproduktiv, ist Multitasking für Rechner durchaus sinnvoll.
  • Die Fotoalben lassen sich auf dem iPad nicht verwalten. Obwohl ich sonst die reduzierten Funktionen sehr schätze, fühle ich mich hierbei verkrüppelt.
  • Mit der Touch-Tastatur komme ich bei langen Texten (noch) nicht klar. Aber dafür gibt's ja die schnurlose Tastatur dazu, auch wenn man dann zwei Teile (iPad+Tastatur) unterwegs hat.
  • Die Programme oder das Betriebssystem haben noch Kinderkrankheiten. Eine A4-Seite Text zu schreiben und dann durch's Abschmieren des Programms zu verlieren ist uncool.

Bis auf die Tastatur lassen sich die Sachen durch Software-Updates ausbügeln.

Wofür ich das iPad nutzen will:

  • Bloggen, insbesondere längere Texte mühelos zu schreiben.
  • Feeds, Blogs zu lesen und kommentieren.
  • Zeichnen und skizzieren. Geht bis jetzt ganz OK, richtig umhauen tut es mich noch nicht. Hab aber auch noch so gut wie keine Übung darin, auf dem Touchscreen zu zeichnen.
  • Im Alltag recherchieren. Mal eben was nachgucken auf Wikipedia & Co.
  • Planen und organisieren. E-Mail, Kalender, Trips und Reisen planen usw. Vielleicht auch Finanzen und co, mal sehen.
  • Vielleicht eine Auswahl von Fotos "verwalten", sofern das möglich ist.
  • Außer Haus und auf längeren Reisen das Gerät statt des Rechners nutzen.

Was das iPad bereits geschafft hat:

  • Es hat das Internet vom Arbeitszimmer ins Wohnzimmer und in die Küche gebracht. Es erfüllt voll und ganz den "Ersatz" eines zweiten Rechners im Haus. Auf einen Rechner zu verzichten ist zumindest zur Zeit nicht denkbar, da Fotoverwaltung, Design und Programmierung nur dort vernünftig gemacht werden können.
  • Es dient zur Zeit recht gut als Navi für's Auto, da wir noch kein richtiges haben. Was ich dabei nicht ganz verstehe, ist, dass das iPad immer unsere Position kennt, obwohl keine SIM-Karte drin ist.
  • Es macht das Erzählen über Orte und Ereignisse reichhaltiger. Durch die tollen Karten- und Fotos-App, und dadurch, dass das Ding auf dem Tisch flach liegt, kann man mit Freunden gemeinsam die Erzählungen mit Fotos und Karten ergänzen.
  • Es macht einfach Riesenspaß.

Apps, die ich bereits nutze:

  • Notes zum Schreiben ("Pages" schmiert ab und zu ab, tödlich)
  • NetNewsWire, um Feeds zu lesen
  • Dropbox, um Dokumente auf dem iPad mitzunehmen
  • Photogene, um Fotos nachzubearbeiten (für's Bloggen)
  • FTP on the Go, um Fotos auf's Blog hochzuladen
  • Penultimate, um Skizzen auf dem Touchscreen zu machen

Heute habe ich auch den vollständigen Prozess hingekriegt, wie ich auf dem iPad mit meinem Drupal-Blog Artikel schreiben kann, ohne ein anderes Gerät zur Hilfe zu nehmen. Mal sehen, ob sich das auf längere Sicht bewährt.

Fazit:

Zusammenfassend kann ich momentan sagen: Ja, es ist kein vollwertiger Rechner. Ja, es hat gaaaaanz viele Funktionen nicht, die ein PC hat. Und das ist verdammt gut so. Denn 95% der Aufgaben, für die ich einen Rechner brauche, lassen sich auf dem iPad einfacher und eleganter erledigen. Und ich bin nach wie vor recht überzeugt, dass es ein verdammt gutes Vehikel ins Netz ist.

(cc-by-sa) since 2005 by Konstantin Weiss.