in »informations-architektur« steckt »architektur«

neulich habe ich mich über mich gewundert: warum, wenn ich informationsarchitektur (ia) mache, denke ich so selten an die grundsätze meiner verwandten kollegen, der architekten? ich schaffe mit der ia strukturen. aber ich denke sehr selten in räumen, in umgebungen, in atmosphäre. ich erinnere mich, eines tages mit meinem vater angeregt zu diskutieren darüber, wo und wie die lage eines cafés sein muss. besonders die draußen stehenden sitzgelegenheiten haben mich beschäftigt. mein vater hat mich dafür sensibilisiert, dass die kaffee-trinkenden den strom der straße beobachten wollen (direkt oder indirekt), aber nicht teil davon sein. sitzen sie so, dass die straße nicht zu sehen ist, fühlen sie sich abgeschnitten. sitzen sie zu sehr auf der straße, wird es ungemütlich. selbst wenn ein paar oder eine gruppe sich unterhält und gar nicht auf die straße achtet, haben sie unbewusst die selben bedürfnisse.

dynamisch oder statitsch. auf dem sprung, oder sich erholend. groß oder klein. gigantisch oder gemütlich. natürlich in allen abstufungen. diese eigenschaften werden räumen und umgebungen gegeben nach den bedürfnissen und zielen der menschen, also nach der funktion jeden raumes.

wie übertrage ich diese herangehensweisen auf informationsarchitektur? ich habe schon einige ideen, was diese site angeht. artikel z.b. sollten im lesesaal zu lesen sein. bookmarks sind so etwas wie ein flughafen, um zu anderen orten im netz zu gelangen. meme- bzw. begriffsdarstellungen eine bibliothek. das sind jetzt estmal assoziationen nach gefühl. konkretere ideen zur umsetzung habe ich auch schon, die ergebnisse sind dann ja sichtbar.


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2008-10-15

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