Container

Container haben unsere Welt verändert. Und ein wenig haben sie auch meine Denke verändert. Hier ist der Versuch, meine Faszination in Worte zu fassen.

Der Container

Im Grunde ist ein Frachtcontainer ein ganz simples Ding. Ein Behältnis, aus robuster Hülle gebaut, in das etwas hinein getan werden kann.

Die Hülle Das Behältnis gibt es in nur ganz wenigen, standardisierten Abmessungen. Es gibt diese Standard-Container, die einfach nur die Hülle haben. Und dann gibt es noch Spezialcontainer. Zum Beispiel Kühlschränke. Die Kühlvorrichtung ist im Container eingebaut. Oder für Flüssigkeiten. Oder für zerbrechliches Matial.

Der Inhalt Fülle rein, was du willst. Den Inhalt kann man frei bestimmen. Solange er die Abmessungen der Hülle nicht überschreitet, kann man ihn hineinfüllen. Das ist das Grossartige am Container: der Container diktiert die Art des Inhalts nicht. Der Container diktiert die Struktur des Inhalts nicht. Es sei denn, es ist ein Spezialcontainer, für eine bestimmte Inhaltsart gemacht. Was bedeutet, dass die Hülle den Inhalt unterstützt, nicht eingrenzt.

Hülle und Inhalt Der Container als ganzes ist in sich komplett. Er ist autark. Die gesicherte Fracht braucht i.d.R. keine Einwirkung von Aussen, um zu lagern.

Die Container

Container kann man stapeln. Dafür sind eine Art Knoten an den Container-Ecken vorgesehen, die man zusammenmontiert. Da ist keine Raketentechnologie. Es ist so simpel, und deshalb so robust. Da die Abmessungen genormt sind, passt Container A auf Container B. Unabhängig vom Inhalt. Unabhängig von der Herkunft. Unabhängig vom Zielort.

Transport

Container sind zum Transport von Inhalten gemacht. Mit ihnen bekommt man den Inhalt sicher von A nach B. Spezielle Inhalte ausgenommen, kann der Container bliebige Strecken zurücklegen. Er ist auch nicht abhänigig von der Zeit. Ob der Transport lange dauert oder schnell geht, ist dem Container egal.

Es ist für den Container unerheblich, mit welchem Transportmittel er bewegt wird. Ob Schiff, Zug oder LKW. Ihm ist es nicht wichtig, mit welchem Kranmodell er hochgenommen und abgesetzt wird. Die Art der Verladung ist ihm gleich. Das heisst, dass die Infrastruktur rund um den Container ausgetauscht werden kann. Sobald sie auf Containerstandards (Abmessungen, Gewicht etc.) fusst, ist sie brauchbar. Die Kräne, Fahrzeuge, Lagerstätten - sie alle können von unterschiedlichen Anbietern kommen, unterschiedlich gebaut sein, unterschiedliche Ressourcen verbrauchen, unterschiedlich aufwändig sein und unterschiedlich kosten.

Der Container kann und wird beim Transport von A nach B von mehreren Transportmitteln hintereinander bewegt werden. Der Container bestimmt also nicht, welcher Carrier ihn trägt. Der Container bestimmt nicht über Transportweg oder -zeit. Der Container bestimmt noch nicht einmal das Ziel. Er hat aber den Verladeort des Inhalts, also einen "Ursprung".

Lieferung

Eine Frachtlieferung kann in einem oder mehreren Containern transportiert werden. Wird sie in mehreren Containern transportiert, können die Container auf einem oder unterschiedlichen Wegen von A nach B kommen. Das ist dem einzelnen Container egal.

Lieferungen können kombiniert werden. Braucht der eine Supermarkt 12 Container Bananen und ein anderer 18, können die 30 Container Bananen vom Ursprungsland zusammen verschifft und dann im Zielland aufgeteilt werden.

Containerisation

Die meisten klugen Leute der Container-Anfangszeit haben nicht vorausahnen können, welch weitreichende Wirkung die Container auf Handel, Wirtschaft, Machtordnungen in der Welt haben würden. Ohne Container-Standardisierung gäbe es keinen solchen wirtschaftichen Aufschwung im fernen Osten. Ohne würden wir keine Bananen im Supermarkt haben, selbst die Supermärkte wären anders. Ohne hätte Dänemark keine 30% BIP durch eine einzige Firma. Und ich würde mich nicht über Bewegungen wie das Shipping Container Architecture freuen, z.B. das FREITAG Tower.


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2011-12-22

(cc-by-sa) since 2005 by Konstantin Weiss.