das denken auf papier

2008-10-21

ich brauche papier, um zu denken. wenn für andere der satz gilt woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?, dann gilt für mich woher soll ich wissen was ich denke, bevor ich sehe was ich zeichne? und zeichnen heisst für mich: auf papier. oder auf dem whiteboard, oder sonstiger unterlage. aber zeichnen heisst: mit einem stift auf einer leeren oberflöche kritzeln. diese leere ist wie eine einladung, meine gedanken niederzulegen, geradewegs aus dem kopf auf das papier. das funktioniert im rechner nicht, da ist schon so viel vorgegeben. zeichnen heisst für mich, keine begrenzung zu haben. zeichnen heisst für mich, nie über das "wie" nachzudenken. seit ich mich erinnern kann, ist dieser kreative akt mein lebensbegleiter. ich bin gespannt, wie und ob sich das öndert. und zum zweiten ist das system stift+papier wahnsinnig schnell. so schnell wie mein gedankenstrom (meistens), und nicht langsamer. es bootet nicht, es ist sofort einsatzbereit, es reagiert unverzüglich.

natürlich hat papier seine restriktionen. apfel-z ist mühselig. es ist nicht mit apfel-f zu durchsuchen. es ist atomar, nicht binör, somit hat es keine vorzüge des digitalen. aber das ist legal: ich bin immer noch schneller, auf papier zu denken, und im rechner zu finalisieren, als sich sofort an den rechner zu setzen.

übrigens gilt das nicht für texte. bei texten bin ich am rechner genauso schnell, wenn nicht schneller. aber da brauche ich auch die reduzierteste form. textedit auf'm mac. notepad auf'm pc. oder google notebook im web.

wie ist es bei euch? wie werden eure gedanken konkret?

(cc-by-sa) since 2005 by Konstantin Weiss.